Vorwort
Mit Fortschreiten der Industrialisierung und der neuen, ungewohnten Zwänge des Stadtlebens, war es fast natürlich, daß bald auch eine Gegenbewegung entstand mit der Maßgabe, sich wieder auf natürlichere Lebensformen zu besinnen. Diese Reformbewegung Ende des 19. Jahrhunderts, in deren Verlauf sich die Turnvereine und Wandervogelbewegung entwickelten, ist mit Namen verbunden wie Kneipp, Jahn, Diefenbach und anderen.
Es ist heute schwer nachzuvollziehen, mit welchen Ressentiments und Anfeindungen die Freundinnen und Freunde dieser Zeit kämpfen mußten, sich ohne Kleidung zu bewegen. Eine starke Säule der freien Körperkultur waren die Kumpel an Rhein und Ruhr, die nach der schweren und freudlosen Arbeit unter Tage in der frischen Luft und der Sonne baden wollten.
Liest man die Niederschriften aus den Anfängen des LBN, dann scheint die Freude am hüllenlosen Bad in der Natur ein ständiger Kampf gegen Unverstand und Mißgunst gewesen zu sein. Die Niederschriften von Johann Neisius und anderen legen beredtes Zeugnis davon ab. Aus heutiger Sicht kann man nur eine tiefe Verbeugung machen vor der Opferbereitschaft, dem Willen sowie der geistigen und körperlichen Kraft, mit der die Pioniere aus Essen, Mülheim, Düsseldorf und Duisburg ihr Ziel verfolgten.
Ein erster Zusammenschluß von FKK-Freunden aus dem Duisburger Raum ist schon für das Jahr 1929 nachgewiesen. 16 Freundinnen und Freunde gründeten damals die "Liga für freie Lebensgestaltung".
Sie konnten auch schon ein kleines Gelände am "Waidmannheil" in Mülheim- Selbeck anpachten. Um zu überleben, schloß sich diese Gruppe 1934 dem "Reichsbund für Leibesübungen" an.
Geschichte
1937 | Nach Erstellung einer entsprechenden Satzung erfolgt am 22.07.1937 die Registrierung des Vereins in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Duisburg unter dem Namen "Bund für Leibeszucht Duisburg".
|
1939
| Popularität schafft am 9. März 1939 eine Veranstaltung, zu der Vertreter der Behörden, Parteiorgane und der Ärzteschaft eingeladen werden. Karl Bückmann aus Dessau, der in der Vergangenheit schon viel für die Mülheimer/Duisburger Gruppe getan hatte, kann als Redner gewonnen werden. Der Film "Natürliche Leibeserziehung" von Kurt Reichelt setzt die FKK-Bewegung ins rechte Licht. Das Eis gegen die Pioniere ist gebrochen. Die große Bedeutung, die man dazumal auch bei uns dem Sport zumaß, zeigt sich darin, daß unsere Faustballmannschaft sogar ins Endspiel bei den Gau-Turnwettkämpfen kommt.
|
1940 | Der Verein erhält den Namen "Gemeinschaft Duisburg im Bund für Leibeszucht".
|
1941 | Das heutige Gelände in Duisburg-Großenbaum im Jagen 176, wird - mit Ausnahme des Baggerlochs - zu Sport- und Erholungszwecken am 20.03.1941 angepachtet. Schwierigkeiten bereitet die Hinterlegung von 750 RM bei der Regierungshauptkasse in Düsseldorf. Die jährliche Pachtgebühr beträgt 375 RM.
|
1945 | Das Ende des Krieges bedeutet auch das vorläufige Ende des Vereins. Die Besatzungsmächte verfügen, daß das Vermögen von Vereinen einzuziehen sei, die einer NS-Organisation angehörten: 1.060 RM werden beschlagnahmt.
|
1946 | gibt es einen neuen Anfang. Karl Abel wird zum ersten und Heinrich Dahm zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Damit der Verein wieder tätig werden kann, wird die neue Satzung der Militärbehörde in einer englischen und einer deutschen Fassung zur Genehmigung vorgelegt. Der erste Faustballplatz entsteht. Zwei große Armeezelte werden gekauft. Damit erhalten 70 Personen eine Schlafgelegenheit, um im Sommer draußen übernachten zu können. Die tägliche Ubernachtungsgebühr beträgt DM 0,10. Kinder sind frei.
|
1947 | Im Oktober wird der Verein nach der Neuzulassung durch die Militärregierung unter dem Namen "Bund für freie Lebensgestaltung e.V., Duisburg" wieder in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Duisburg eingetragen. Die Stadt Duisburg bestätigt, daß dieser Verein der Rechtsnachfolger des ehemaligen "Bundes für Leibeszucht e.V." ist.
|
1950 | Erweiterung der Hütte um einen Jugend- und Geräteraum.
|
1951 | Der Ankauf eines Holzhauses für 280 RM wird mit einer Umlage von 5 RM finanziert und dient dem damaligen Geländewart Hermann Lucht, später Guste und Heinrich Dahm, als Wohnung.
|
1952 | Rudi Beißbarth besorgt von den RWE einen ausgedienten Transformatorbehälter und einige Telegrafenmaste. Aus den Masten wird ein Gerüst gebaut, auf dem der Trafo-Behälter als Wassertank befestigt wird. Der erste Komfort ist geschaffen.
|
1953 | Erstmalig findet das FKK-Schwimmen im Mülheimer Stadtbad statt.
|
1954 | Nach wochenlangen starken und unablässigen Regenfällen im Frühjahr wird das Gelände überflutet. Das Wasser steht bis zu 50 cm hoch. Zum Ausgleich sorgt im trockenen Sommer ein anderes Extrem für Aufregung auf dem Gelände: 2 Waldbrände in der näheren Umgebung bedrohen sowohl den wertvollen Baumbestand als auch die Zelte des Vereins.
|
1956 | Der Verein wird als gemeinnützig anerkannt.
|
1958 | geht ein langgehegter Wunsch zur Sicherung der Zukunft unseres LBN in Erfüllung. Das bislang nur gepachtete Gelände kann nach vierjährigen Bemühungen als Eigentum erworben werden. Der Kaufpreis beträgt DM 40.000,00. Die Finanzierung erfolgt über ein Darlehen der Mitglieder von mindestens 50 DM je Einheit und großzügige Spenden.
|
1959 | Die Aufnahmesperre aus dem Vorjahr ist nicht haltbar. Sie wird durch Einführen einer Altersbegrenzung bei Neuaufnahmen aufgehoben.
|
1962 | Das Gelände wird mit einer Druckwasserleitung als Löschleitung versorgt. Der LBN erhält einen Telefonanschluß.
|
1963 | Ein Transformator und eine Pumpenstation zur Beseitigung der Abwässer werden errichtet. Gleichzeitig erfolgt der Anschluß an die öffentliche Stromversorgung.
|
1964 | Fertigstellung des Klubhauses. Der Bau eines Planschbeckens wird durch Spenden finanziert.
|
1965 | Die Jahreshauptversammlung beschließt mit überwältigender Mehrheit ein absolutes Hundeverbot.
|
1966 | Die 1962 genehmigte und dann errichtete Schutzhütte wird abgerissen. Um den Graben, der quer durch das Gelände führt, zu entwässern, wird von einigen Freunden eine Pumpenanlage gebaut, damit das Gelände von den im Frühjahr immer wiederkehrenden Überschwemmungen bewahrt bleibt.
|
1967 | Einer Auflage der Stadt Duisburg folgend werden alle Hütten und Schuppen abgerissen. Aus diesem Grund werden die neuen Umkleide- und Geräteräume errichtet. Am Geländeeingang wird zusätzlich eine Wohnung für den Geländewart gebaut.
|
1968 | FKK-Schwimmen im Wellenbad in Düsseldorf an der Grünstraße.
|
1968 | Die vorhandenen Sporteinrichtungen werden erweitert. Mit der Errichtung des Mehrzwecksportplatzes mit Laufbahn, Sprunggrube, Kugelstoßanlage und der Faustballwiese wird begonnen.
|
1971 | Die 1. Volleyballmannschaft steigt in die Bundesliga auf. Eine Bürobaracke wird angeschafft, die gleichzeitig als zentrale Verwaltungsstelle dient.
|
1972 | wird das Gelände durch Anpachtung um 12.265 qm vergrößert. Dem Verein wird die Gemeinnützigkeit aberkannt.
|
1973 | Der Stromanschluß für das Gelände wird auf 200 kVA verstärkt. Hierzu ist die Errichtung einer neuen Transformatorenstation erforderlich.
|
1974 | Volleyballfelder, der Jugend-Bolzplatz, eine 100-m-Laufbahn und die Minigolfanlage werden errichtet.
|
1975 | Die Wohnwagenplätze erhalten einen Stromanschluß.
|
1976 | Die Umkleideräume werden verlegt und an ihrer Stelle dringend benötigte Büroräume und eine Kassenstelle eingerichtet. Die bisherige Bürobaracke dient nunmehr den Frauen als Bastelraum.
|
1977 | Zwei neue Badmintonplätze mit Kunststoffbelag zwischen Waschtrakt und Kantine erweitern das Sportplatzangebot.
|
1979 | In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 11. Dezember werden die satzungsmäßigen Voraussetzungen für die erneute Erlangung der Gemeinnützigkeit beschlossen.
|
1980 | Dem LBN wird nach dem seit 1972 andauernden Rechtsstreit am 20. Juni die Gemeinnützigkeit wieder zuerkannt.
|
1981 | Am 19. September findet das 1. LBN-Fest auf dem Gelände statt. In diesem Rahmen wird erstmalig die Veranstaltung "Mitglieder fragen - der Vorstand antwortet" durchgeführt.
|
1983 | Ein Fitneßraum und zwei Umkleideräume werden errichtet.
|
1984 | Der LBN erhält für die vorbildliche Vorbereitung und Durchführung des 1. INFVolleyballturniers den Erwin-Koch-Preis, er ist damit der 6. FKK-Verein in der INF, dem dieser jährlich einmal vergebene Preis verliehen wird.
|
1985 | Die Geschäftsstelle erhält einen eigenen Computer.
|
1986 | Die Ringleitung zur Kanalisation der Wohnwagen wird in Betrieb genommen. Die Arbeiten dazu, im März begonnen, sind schon vor Wintereinbruch beendet.
|
1987 | Festakt zur 50-Jahr-Feier seit Eintragung ins Vereinsregister.
|
1997 | Festwoche zum 60-jährigem bestehen des LBN-Duisburg.
|
1999 | Der Verein wird mit im Untertitel "Naturisten-Familien-Sportverein" genannt.
|
2001 | Die Jahreshauptversammlung beschließt den Bau einer Solaranlage
|
2003 | Die Solaranlage wird auf dem Dach des Toiletten- und Duschtraktes installiert.
|
